Praxisanleitung

Zielverhalten beobachtbar formulieren

Eine gute Definition beschreibt, was eine Person konkret tut – nicht, welche Eigenschaft oder Absicht wir ihr zuschreiben.

Je klarer das Zielverhalten beschrieben ist, desto eher bewerten verschiedene Personen tatsächlich dasselbe.

Warum die Formulierung so wichtig ist

Begriffe wie „motiviert“, „aggressiv“ oder „arbeitet gut mit“ wirken verständlich, enthalten aber bereits Interpretation. Für einen Verlauf braucht es sichtbare oder hörbare Kriterien.

Eine einfache Formel

Person + sichtbare Handlung + Situation + gegebenenfalls Zeitrahmen

Beispiel: „Beginnt nach dem Arbeitsauftrag innerhalb von zwei Minuten mit der ersten Aufgabe.“

Von unscharf zu beobachtbar

UNSCHARF

Ist konzentriert.

Unklar, woran Konzentration erkannt wird.

BEOBACHTBAR

Arbeitet fünf Minuten ohne themenfremde Unterbrechung.

Handlung und Zeitraum sind benannt.

UNSCHARF

Verhält sich respektvoll.

Normativer Sammelbegriff.

BEOBACHTBAR

Lässt andere ausreden und spricht in vereinbarter Lautstärke.

Besser als zwei getrennte Ziele erfassen.

Vier Prüffragen

  1. Könnte eine Kamera das Verhalten grundsätzlich aufnehmen?
  2. Wissen zwei Fachpersonen, wann das Verhalten beginnt und endet?
  3. Ist die passende Beobachtungssituation benannt?
  4. Enthält das Ziel nur eine Verhaltensdimension?

Die Skala muss zum Ziel passen

Ein Ziel kann über Häufigkeit, Dauer, Intensität oder einen Anteil der Beobachtungszeit bewertet werden. Die Skalenendpunkte sollten diese Dimension klar benennen. „1 = schlecht“ und „5 = gut“ reichen nicht.

Nächster Schritt

Prüfe die Definition zunächst in wenigen echten Situationen. Wenn du beim Bewerten häufig zögerst, liegt das oft nicht an dir, sondern an einer noch zu unklaren Definition.

Zielverhalten direkt in Lens anlegen.

Eigene Ziele, Skalen und Vorlagen für wiederkehrende Beobachtungen.

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