Auswertung
Baseline und Förderphase verstehen
Bevor wir fragen, ob eine Förderung wirkt, brauchen wir ein Bild davon, wie sich das Verhalten vorher entwickelt hat.
Phasen geben einem Verlauf Struktur. Sie markieren nicht nur Zeiträume, sondern unterschiedliche Bedingungen.
Was ist eine Baseline?
Die Baseline beschreibt den Ausgangsverlauf vor Beginn einer neuen Fördermaßnahme. Mehrere Messpunkte zeigen Niveau, Schwankung und möglicherweise schon vorhandene Trends.
Eine einzige Ausgangsmessung ist keine Baseline im eigentlichen Sinn: Sie kann nicht zeigen, ob ein Wert typisch, zufällig hoch oder Teil einer bereits laufenden Veränderung war.
Was ist die Förderphase?
Mit Beginn einer klar beschriebenen Maßnahme startet die Förderphase. Die Bewertung wird möglichst nach demselben Verfahren fortgeführt, damit Unterschiede nicht nur durch eine veränderte Messung entstehen.
Wie werden beide Phasen verglichen?
Visuell interessieren vor allem Niveau, Trend, Schwankung, Unmittelbarkeit der Veränderung und Überlappung. Kennwerte wie NAP oder Tau-U können den Vergleich ergänzen, ersetzen aber nicht den Blick auf die Kurve.
Warum ist Vorsicht nötig?
- Die Baseline kann bereits einen günstigen Trend enthalten.
- Ferien, Stundenplan oder Gruppenzusammensetzung können sich gleichzeitig ändern.
- Bewertende Personen oder Situationen können zwischen den Phasen wechseln.
- Wenige Datenpunkte lassen Zufallsschwankungen stark erscheinen.
Deshalb: Ein Phasenunterschied ist ein Hinweis, keine automatische Kausalaussage.
Praxischeck vor dem Phasenwechsel
- Ist die Fördermaßnahme konkret beschrieben?
- Stehen Zielverhalten, Skala und Beobachtungssituation fest?
- Gibt es genügend Ausgangsdaten, um Schwankung zu erkennen?
- Wird der Starttermin zuverlässig dokumentiert?